Das Drachenkind feiert 1. Geburtstag

birthday_1J_DK1_postcard_2017Heute vor genau einem Jahr begann meine Laufbahn als veröffentlichte Autorin! Am 13.11.2016 wurden Buch und Ebook von “Das Drachenkind – Feuertaufe” an alle wichtigen Shops ausgeliefert und ich konnte meine eigenen Druch-Exemplare verteilen. Seitdem ist sehr viel passiert, und das habe ich alles euch, meinen grandiosen Lesern, zu verdanken!

* Ich habe in diesem letzten, rasend schnell vergangenen Jahr fünf Mal mehr Exemplare vom Drachenkind verkauft, als ich geplant hatte. Das allein ist einfach schon der HAMMER!
* Immer und immer wieder werde ich gefragt, wann und wie es mit Moira, Elhin und dem Drachenkind weitergeht, ich arbeite folglich am zweiten Band der Drachenkind-Chronik, so schnell ich zwischen all den anderen “Kleinigkeiten” wie Kind, Job etc. kann und sage deshalb nur dies: Es wird SEHR VIEL passieren!
* Über ein dreiviertel Jahr hinweg haben Freunde von mir an der Hörbuch-Version des Buches gearbeitet – beide Profis durch und durch. Das Ergebnis halte ich mittlerweile fertig in den Händen und regele grade die Vertriebswege, damit es komfortabel über audible/amazon zu beziehen ist.
* Ich habe ein Zwischenprojekt veröffentlicht, das als harmlose Mini-Fanfiction begann und sich zu zwei Ebooks und einem fast 200-seitigen Paperback auswuchs, das bald erhältlich sein wird. Und wer war am meisten davon überrascht? Genau, ich! :D
*Und last but not least habe ich eine Neuauflage von “Feuertaufe” angestrengt, das heißt Band 1 selbst inhaltlich überarbeitet und das Cover anfertigen lassen, das die Geschichte sich redlich verdient hat. Der Karton mit diesen Büchern ist unterwegs zu mir!

Und wie auf Facebook versprochen gibt’s jetzt ein kleines Goodie – eine neue Leseprobe aus “Sturmzeit”, Teil 2 der Drachenkind-Chronik! Eigentlich muss ich zu der kleinen Szene gar nicht viel erklären, ihr solltet euch nur ins Gedächtnis rufen, dass Ilienna die Streber-Schülerin von Wylith ist und Teal in seiner Freizeit gerne Verbrecher jagt. ^^

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Als Teal die Augen aufschlug, drang nur das letzte, schwache Licht in sein Zimmer. Hatte er ein Klopfen gehört? Oder war es nur der Wind? Er setzte sich auf und sah zu dem bodentiefen Fenster hinüber. Seine Muskeln schmerzten, aber daran war er nach einer Runde mit seinem General gewöhnt.
Der Schatten auf der anderen Seite klopfte, dieses mal weniger zärtlich. Für einen winzigen Moment überlegte er, seinen Besuch fortzuschicken. Im Grunde überlegte er das öfter, wenn er wieder so spät den Schlaf gefunden hatten. Aber am Ende hatte er es noch nie gewagt, dem Ruf dieser Frau nicht zu folgen. Also schwang er die Beine aus dem Bett, zog den verdrehten Stoff seiner Unterhose gerade und wankte aus dem Zimmer.
Ilienna stand schon auf der anderen Seite der Terrassentüre, als er dort ankam und öffnete. Sie streckte ihm die Hand entgegen, ohne eine weitere Sekunde zu verschwenden. »Bitte beeil dich, Teal. Sie ist erst vierzehn!«, flüsterte sie gequält.
Ohne zu zögern, griff er ihren Unterarm und ließ die Bilder zu sich strömen. Er sah einen riesigen Höhleneingang, versteckt in einer unzugänglichen Gegend und teilweise von Grün verdeckt. Und doch: Ganz menschenverlassen war die Umgebung der Höhle nicht. Er sah er in der Nähe ein einzelnes Dorf. Die Häuser sahen chinesisch aus, die Weizenfelder und das restliche Grün wiesen alle auf den Norden des Landes hin. Dann schob sich ein lächelndes Gesicht vor die Landschaft. Ein junges Mädchen in einem abgetragenen, aber recht hübschen schwarzen Kleid lief eine breite Straße entlang. Tuschelte mit ihren Freundinnen, während der Tag allmählich zu Ende ging. Am meisten fielen ihm die Ohrringe auf. Sie mussten aus der Stadt sein. Niemand sonst auf dem Land traute sich, fast faustgroße Kreolen zu tragen. Im nächsten Bild hing die blutrote Sonne schon tief über den Hügeln in weiter Entfernung. Sie warf ihre letzten Strahlen direkt über die Schultern eines drahtigen Mannes und in die scharfen Umrisse des rabenschwarzen Höhleneinganges.
»Chinesisches Hinterland, Norden. Eine Höhle bei Sonnenuntergang. Das Mädchen trägt ein schwarzes Kleid und große Ohrringe«, wiederholte er brav.
»Richtig«, entgegnete Ilienna knapp. »Leider haben wir kein Gesicht zu dem Angreifer. Lass dich deshalb von den Ohrringen leiten, sie stechen ganz und gar heraus. Ich denke mal, sie sind der Fokus des Mistkerls, der Grund für die Tat. Wahrscheinlich glaubt er, ein Mädchen, das solchen Schmuck trägt, wolle es nicht anders. Typisch Hinterweltler eben.« Sie ließ den Arm sinken und wandte sich zur Türe, aber er ließ nicht los. »Warum kommst du noch immer hier her?«, fragte er sachte.
»Wie könnte ich das nicht? Soll ich diese Bilder ignorieren? Das könnte ich einfach nicht. Ich schlafe schlecht genug ohne diese zusätzliche Last auf meinem Gewissen. Ich muss ihnen helfen.«
»Du könntest zu einem anderen Krieger gehen, meine ich.«
»Du bist der Beste, was diese Dinge angeht.« Für einen winzigen Moment war es still und sie standen in der Beinahe-Dunkelheit einfach nur nebeneinander. »Und jetzt geh los, ich bitte dich!«, flüsterte sie flehend.
Sehr langsam machte Teal einen Schritt nach vorne und schlang seine Arme um sie. Sie ließ es geschehen. »Ich habe noch etwas Zeit«, versicherte er ihr flüsternd. In der Vision ist Sonnenuntergang, also etwa sechs Uhr. Wie spät ist es gerade in Beijing?«
Noch bevor er den Blick zu den vielen menschengemachten Uhren über seinem Kamin werfen konnte, deren Zeiger in alle möglichen Richtungen standen, gab Ilienna ihm die Antwort. »Fünf Uhr morgens.«
»Siehst du? Ich werde auf jeden Fall rechtzeitig zum dortigen Sonnenuntergang in China sein. Die Göttin wird mich leiten.«
»Dann sollte ich gehen«, krächzte sie in den Hohlraum zwischen seiner nackten Brust und ihrem Mantel.
»Bleib«, bat er wie so oft. »Verschwinde nicht gleich wieder hinter deine Klostermauern. Komm mit mir nach China. Wir waren ein perfektes Team, du und ich. Nicht nur im Kampf.«
Wie üblich, wenn er sich zu so vielen Worten hatte hinreißen lassen, schlug sein kleiner Erfolg um ins Gegenteil. Sie schob seine Arme von ihren schmalen Schultern, sah ihn mit dieser perfekten Mischung aus Müdigkeit und Trauer an und zuckte mit den Schultern. »Du weißt, ich fühle nicht mehr so für dich, es tut mir leid. Und dieser Kampf, von dem du sprichst? Er ist nicht mehr meiner.«
Teal verzog die Lippen. »Es ist ganz schön grausam von der Göttin, dir den felsenfesten Glauben an ihre gütige Allmacht zu schenken und die Visionen von den vielen jungen Frauen nicht gleichsam von dir zu nehmen.«
»Ich habe es dir schon so oft gesagt, Teal«, maulte sie nun. »Nicht die Göttin hat mir den Glauben geschenkt, dass alles gut werden kann. Wylith hat das getan. Deshalb werde ich ihr folgen bis in den Tod. Und wo wir gerade beim Thema Tod und Verderben sind-«
»Ich sollte los, hm?«, entgegnete er gereizt. »Mir die Gegend schon einmal ansehen, bevor es nachher zur Sache geht.«
»So ist es wohl«, knurrte sie, wandte sich zur Türe und war im nächsten Moment verschwunden.

***

Teal warf sich in seine Kleidung, schnürte die Stiefel nur bis zum Knöchel und ging zu seiner Kommode. Dort, in der obersten Schublade, reihten sich fast ein Dutzend kleine, viereckige Holzschälchen aneinander. In jeder klimperten Münzen, manch zerknüllter Schein war auch dabei. Er griff zielsicher nach der Schale mit dem chinesischen Geld, schüttete es erst in seine Hand und dann in den Beutel an seinem Gürtel. Er legte seine unscheinbare, sonnengegerbte, Menschenmaske mit kurzen schwarzen Haaren an und überprüfte das Ergebnis im nächsten Spiegel. Keine zwanzig Sekunden später stand er in Chinas Norden, auf einer seiner Lieblingsklippen. Von hier aus konnte man an schönen Tagen bis ins fast 60 Kilometer entfernte Beijing sehen. Hier konnte er die duftende Morgenluft in seine Lungen saugen, sich auf die Gegend einstimmen und ganz und gar auf das Dorf konzentrieren, in dem das Mädchen mit den Ohrringen wohnen musste. Und Ilienna hatte ganz Recht gehabt: Der Gedanke an die großen runden Ohrringe zog ihn wie von allein in das richtige Dörfchen und setzte ihn hinter einem Hühnerstall etwas außer Sichtweite ab. Als das Haus der 14-jährigen Ohrringträgerin, die Hauptstraße des Dorfes, die Lage der Schule und der Höhle erkundet hatte und alle Puzzlestückchen seines neuesten Rätsels zusammengesetzt hatte, sprangen die katzenköpfigen Plastikuhren hier gerade auf 10 Uhr morgens. Also wünschte er sich nach Hause in sein Bett, schlief immerhin noch einige unruhige Stunden und trat pünktlich zum Frühdienst in der Kaserne an. Und auch wenn seine Kameraden die deutliche Mischung aus Smog und asiatischen Räucherstäbchen an ihm rochen, so waren sie doch klug genug, still zu bleiben.

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Teal bekommt übrigens in Band 2 eine wahrhaft tragende Rolle, aber mehr verrate ich an dieser Stelle jetzt nicht. ;) Ich hoffe einfach, euch hat das kleine Geburtstagsgeschenk von mir an euch Freude bereitet. Wenn ja, schreibt mir das. Hier, auf Twitter oder auf Facebook. Ich würde mich freuen! :)

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