Guilty pleasures

pixabay.deAm Donnerstag schrieb mich eine liebe Freundin an mit einem Text-Feedback. Seitdem ist mein Leben irgendwie nicht mehr das Gleiche! :0

Ich gebe gerne zu, dass ich lange nicht alles veröffentliche, was ich schreibe. Ich denke mal, das ist bei jedem Autor gleich. Es postet ja auch nicht jeder Zeichner jede Fingerübung auf Facebook (hoffe ich zumindest ;) ). Neulich habe ich es aber immerhin gewagt, eine 4.000 Worte starke Fanfiction online zu stellen. Meine Freundin Nessi – die mein unentbehrlicher Schreibcoach und meine Beraterin in allen plotverwandten Dingen ist – nennt diesen Zeitvertreib ein “guilty pleasure”, also ein heimliches Vergnügen, bei dem man sich *fast* ein bisschen schlecht fühlt. Und ganz ehrlich, ich hatte nie vor, meinen echten Namen, meine echte Existenz als Autorin mit dieser kleinen Geschichte zu verknüpfen. Warum? Oh, wo fange ich da an?
Zuerst einmal halte ich das Teil für ein Werk weit jenseits der Kitsch-Kotzgrenze. Guilty pleasure halt. Dann hat sich die Hauptfigur unterwegs gewandelt. Im ersten Kapitel geht es noch um mich und meine Lieblingsband – soweit alles geritzt. Konzert, irgendwelche Umstände bringen die genialsten Männer des Planeten und mich zusammen, man  lernt sich kennen. Guilty pleasure halt! Dann, letzte Woche, angestachelt von oben genannter Freundin, dachte ich mir: Wollen doch mal sehen, ob ich nicht noch ein paar Wörtchen dranhängen könnte.

Das war vor vier Tagen. Seitdem ist das Werk auf über 22.000 Wörter angewachsen (das sind über 110 Taschenbuchseiten) und wenn ich über fünf Minuten nicht hier vor meinem nagelneuen Papyrus-Schreibprogramm sitze, werde ich fast KIRRE. Ich habe *noch nie* so schnell so viel geschrieben, und ich schreib schon seit ‘ner Weile! Immer, wenn ich den Blick vom Cursor hebe, sind wieder tausende Worte drin. Und jetzt kommt’s: Das Feedback ist jenseits von galaktisch! Ich habe es nicht geschafft, einer meiner üblichen Verdächtigen (=Testleserinnen) ein ernstlich böses Wort über die Story zu entlocken. Und ich hoffe doch, dass die mich nicht schonen würden, darauf bin ich nämlich angewiesen. Was ich jedoch im Minutentakt gehört habe, war das geschriebene, geflüsterte, gekicherte, im Chat geschriebene, per Mail und SMS gesendete und ins Gesicht gesagte “MEHR!” Also habe ich beschlossen, meinen Widerstand aufzugeben und die Sache noch ein klein wenig weiter zu verfolgen. Das ganze könnte also in nächster Zeit zu einem sogenannten E-Short werden, der dann für wenige Groschen auf Amazon und Co. verfügbar ist. Sogar ein mögliches Coverbild habe ich schon gefunden!

Wenn ich den Inhalt des Projektes “Der Kuss der Muse” zusammenfassen müsste, würde ich das folgendermaßen tun:

In Annetts Innerem kämpfen zwei Teile um die Herrschaft über ihr Handeln: Sie selbst, die wohlerzogene junge Frau, der ihr Job als Kindermädchen im Tourbus einer bekannten Band größte Erfüllung bringt – und eine kraftvolle Muse, die ihren Körper ohne Rücksicht auf Verluste im Dienste der Inspiration einsetzen möchte. Eine unheilvolle Konstellation in einer Gemeinschaft, in der fünf Männer mit ihrer Kreativität und ihren tiefgreifenden Liedern Geld verdienen wollen und müssen. Nach und nach wird den Bandmitgliedern klar, dass sie gute Ideen bekommen, wenn sie Annetts Haut berühren. Ein Kuss verstärkt die Wirkung noch um ein Vielfaches. Wer gar das Bett mit ihr teilt, der findet sich selbst in kreativen Hochphasen wieder. Doch wie weit würden Annett und die Jungs gehen für die nächste großartige Idee, den nächsten weltverändernden Song?

Edit: Jetzt bin ich in der heißen Veröffentlichungsphase, deshalb – und vor allen aus diversen Copyright-Gründen – habe ich den Link und die komplette Fanfiktion entfernt. Sorry, folks! ;)

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One Comment

  1. Ahhhh! Und ich hab noch nicht weiter gelesen! Schande über mein Haupt!
    Wird nachgeholt, versprochen! Aber der erste Teil war ja schon großartig, dann kann es ja nur so weiter gehen ;)

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