Hörbuch-Produktion: Klappe 2!

pixabay_kopfhörer_ausschnittWenn Freunde, die rein zufällig Medienprofis sind, dein Hörbuch für lau produzieren, dann ist das ein unvergleichlich tolles Gefühl. Wenn die Schlange der freiwilligen Helfer dann NOCH LÄNGER wird, fängt man langsam an, das Wort “göttliche Fügung” zu begreifen!

Wie ich vor einiger Zeit berichtete, produziert derzeit ein befreundetes Pärchen von mir (er Bewegtbildprofi, sie Sprecherin) das Hörbuch vom “Drachenkind”. Da solche Produktionen schnell Tausende Euro kosten, könnt ihr euch sicher vorstellen, was mir dieser Freundschaftsdienst bedeutet. Wir sprechen hier von vielen, vielen Dutzend Stunden Arbeit und ich kann eigentlich jetzt noch nicht fassen, dass die zwei das wirklich auf sich nehmen.

Dieser Tage rief mich nun meine Freundin M. an. Sie ist Hörbuch-Fan erster Güte und bezieht meinen monatlichen Newsletter (braves Kind! :D ). Da sie außerdem schon erste Gehversuche bei Audioproduktionen gemacht hatte und in einem semiprofessionellen Chor singt, kam sie dann auch ziemlich schnell zum Punkt. Und ich schwöre bei Gott, ich lüge nicht!! Sie sagte:

“Das freut mich wirklich für dich, dass dein Hörbuch jetzt so professionell gemacht wird. Weißt du, ich wollte es dir ja eigentlich nicht verraten, aber ich hatte mir schon eine kleine Ecke mit Mikrofon am PC aufgebaut und angefangen, das Manuskript einzusprechen. Ich hätte dir die fertige Datei dann im Juli zum Geburtstag geschenkt. Aber so ist es ja jetzt noch besser, dann breche ich mein Projekt ab.”

Was soll man da sagen und tun, wenn eine liebe Freundin, die man leider die letzten Monate ziemlich aus den Augen verloren hatte, einem sowas sagt? Ich kann euch nur sagen, was ich getan habe: Ich habe gleichzeitig geweint und gelacht. Und zwar lange. Sehr lange. Weil man vor diesem Haufen Fakten und Begebenheiten sitzt und es einfach irgendwie nicht in seinen Kopf hinein bekommt, wie einem so etwas Geniales und Wundervolles passieren kann. Es ist nicht so, dass ich Hausieren gegangen bin und jeden mal gefragt habe, was er so für Skills hat und wie wir die für mich nutzen könnten. Himmel, ich beherrsche selbst ganz passabel den (Video-)Schnitt, im Ernstfall hätte ich es – rein technisch – problemlos selbst machen können! Aber mir war von Anfang an klar, dass das meine Zeit bindet… und die muss ich mit Schreiben verbringen. Es geht da nicht um die Technik, es geht um das, was uns allen immer fehlt: die Zeit. Wie viel heftiger ist es da, wenn mir die arbeitende Mutter eines zauberhaften kleinen Mädchens mit Haus, Mann, Familie und vielen vielen anderen Verpflichtungen sagt, sie habe von sich aus dieses Projekt gestartet?

Da kommt man irgendwann nur noch weiter mit der vielleicht größten (und zeitweise schwersten) Erkenntnis von allen: Dass sich alles so fügen wird, wie es für dich und die deinen richtig und wichtig ist.

Eigentlich wollte ich, dass der Artikel hier endet. Aber weil ich euer “Aber…!” jedoch sprichwörtlich hören kann, habe ich mich entschieden, doch noch etwas weiter zu erklären, wenn ihr meine bescheidene und ganz persönliche Erklärung denn möchtet.

Denn Vorsicht: da darf man die Kehrseite dieses Prinzips gar nicht auslassen. Die lautet: Wenn du dich wehrst, dann wird es bitter. Und das kann bis zur tödlichen Krankheit gehen. Wie praktisch, dass ich das als Mehrfach-Überlebende aller möglichen Leiden quasi sagen “darf”. Für meine Projekte bedeutet das zum Beispiel: Auch eine Übersetzung vom Drachenkind ins Englische wünsche ich mir, seit es auf die Veröffentlichung zuging. Und da habe ich tatsächlich schon viele Fühler ausgestreckt. Herumgefragt. Angebote eingeholt. Mir die Finger wund gegoogelt. Und was passierte? Nichts. Gar nichts. Und wisst ihr was? Begebenheiten wie die hier oben beschriebene beweisen mir, dass es in diesem speziellen Fall einfach noch nicht Zeit ist. Und das ist okay. Es muss mir genügen. Weil es die Umkehrung all dieser tollen Sachen ist, die mir passieren. Und man kann die Münze nunmal nur mit beiden Seiten haben.

Ach und übrigens: Mittlerweile müsstet ihr ja gewöhnt sein, dass ich die besten Nachrichten meist ganz fies im Artikel oder an seinem Ende verstecke. So auch hier. *hehe* Ich habe mir berichten lassen, dass das Buch jetzt etwa zur Hälfte eingelesen ist! :D

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